Herzog Bernhard Platz
Der Herzog-Bernhard-Platz ist ein markanter, verkehrsberuhigter Platz im historischen Zentrum von St. Veit an der Glan in Kärnten. Mit einer Länge von etwa 100 Metern verbindet er den Unteren Platz mit der Ossiacher Bundesstraße (B94) und bildet somit eine wichtige Verbindung zwischen der Altstadt und den neueren Stadtteilen.
Benannt ist der Platz nach Herzog Bernhard von Spanheim, der von 1202 bis 1256 über Kärnten herrschte. Herzog Bernhard war eine bedeutende Persönlichkeit des Mittelalters und förderte maßgeblich die Entwicklung von St. Veit, das in seiner Zeit zur Landeshauptstadt von Kärnten aufstieg.
Der Platz ist mit Granitplatten gepflastert und besitzt eine moderne Glasüberdachung, die als Glaspassage bekannt ist. Diese architektonische Ergänzung verleiht dem Platz eine zeitgemäße Note und sorgt gleichzeitig für Schutz vor Witterungseinflüssen, ohne das historische Stadtbild zu stören.
Gesäumt wird der Herzog-Bernhard-Platz von Geschäften, Cafés und Dienstleistungsbetrieben, die zur Belebung des Stadtzentrums beitragen.
Insgesamt vereint der Herzog-Bernhard-Platz die historische Identität von St. Veit mit moderner Stadtgestaltung und bildet damit einen lebendigen Mittelpunkt des städtischen Lebens.







Namensgeschichte des Herzog-Bernhard-Platzes
Der heutige Herzog-Bernhard-Platz trug im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche Bezeichnungen, die jeweils die Nutzung und Funktion des Ortes widerspiegelten:
Fleischbankgasse – Hinweis auf den einstigen Fleischmarkt.
Schulhausgasse – Benennung nach einem hier gelegenen Schulgebäude.
Kaserngasse – Entstanden durch die militärische Nutzung des Areals.
Klagenfurter Straße – Funktionale Bezeichnung als Ausfallstraße Richtung Klagenfurt.
Herzog-Bernhard-Platz – Heutiger Name zu Ehren von Herzog Bernhard von Spanheim (1202–1256), unter dessen Herrschaft St. Veit als Residenzstadt erblühte und 1224 das Stadtrecht erhielt.
Die Abfolge der Namen verdeutlicht die wechselvolle Geschichte des Platzes von Markt- und Schulstandort über militärische Nutzung bis hin zur heutigen Erinnerung an einen bedeutenden Landesfürsten.
Historische Fotografien
Bildquelle: Archiv der Stadtgemeinde St. Veit an der Glan

Herzog-Bernhard-Platz
Aufnahmestandort: Beim ehemaligen Klagenfurter Tor
Blickrichtung: Nordwesten
Fotografiert 1914
Glasplattenfotografie

Herzog-Bernhard-Platz
Aufnahmestandort: Beim ehemaligen Klagenfurter Tor
Blickrichtung: Nordwesten
Fotografiert um 1960
Bernhard von Spanheim
(geboren um 1176/1181; gestorben 1256)
Bernhard von Spanheim regierte von 1202 bis 1256 als Herzog von Kärnten. Als Sohn von Hermann II. und Agnes von Österreich folgte er seinem Bruder Ulrich II. und baute seine Machtbasis rund um St. Veit, Klagenfurt und Völkermarkt auf.
Als geschickter Politiker unterstützte er die Hohenstaufen und prägte die städtische und wirtschaftliche Entwicklung. Er verlegte Klagenfurt, verlieh der Stadt 1252 das Stadtrecht und gründete eine Münzstätte in St. Veit. Zudem sicherte er wichtige Alpenpässe und gründete 1234 das Zisterzienserkloster Mariabrunn.
Bernhard heiratete Judith von Böhmen; aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, darunter Ulrich III. und Philipp, die später führende kirchliche Ämter bekleideten. Er starb 1256 in Völkermarkt und wurde in St. Paul im Lavanttal beigesetzt.
Da er keine überlebenden männlichen Erben hinterließ, bestimmte er Markgraf Ottokar III. von Böhmen zu seinem Nachfolger, was das Ende der Spanheim-Macht einleitete.