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Schloss Kölnhof – Historisches Juwel in Kärnten

Einführung und Lage

Schloss Kölnhof ist ein herausragendes Beispiel spätbarocker und frühklassizistischer (neoklassizistischer) Architektur. Das Schloss spiegelt den Stil wider, der im 18. Jahrhundert beim Bau von Adelssitzen verwendet wurde.

Es befindet sich in der Kölnhofallee 17 in St. Veit an der Glan und liegt in einer parkähnlichen Anlage.

Historischer Überblick und Besitzverhältnisse

Das Gut wurde erstmals 1378 als Cholendorff urkundlich erwähnt.

Im 16. Jahrhundert gelangte es in den Besitz wohlhabender Bürger- und Gewerkenfamilien aus St. Veit.

Um 1780 erfolgte ein bedeutender klassizistischer Umbau durch den Salzburger Hofarchitekten Johann Georg Hagenauer, vermutlich im Auftrag von Prälat Mayerhofer, dem letzten Abt des aufgehobenen Stiftes Griffen.

Von 1891 bis 1953 war das Anwesen im Besitz von Dr. Arthur Lemisch, einer prägenden politischen Persönlichkeit und engagierten Kämpfer im Kärntner Abwehrkampf.

Nach dessen Tod im Jahr 1953 ging es an Hubert Knaus über.

1996 wurde das Schloss von Dr. Karin Maier erworben, die es bis heute besitzt und darin eine Arztpraxis betreibt.

Während der kurzen Besitznahme durch die britische Besatzungsmacht im Jahr 1945 erlitt das Innere erhebliche Schäden. Im Jahr 2020 wurde das Dach umfassend restauriert.

Architektur-Beschreibung

Einfahrt: Schmiedeeisernes Tor mit klassizistischen Vasen auf Pfeilern.

Ursprüngliche Bauelemente: Spätgotische Netzgratgewölbe aus dem 15. Jahrhundert im Erdgeschoss; kunstvoll geschmiedete Fensterkörbe an der Nordseite (16. Jahrhundert).

Fassade: Frühklassizistisches Erscheinungsbild mit rustiziertem Erdgeschoss; klassizistischer Umbau um 1780 mit drittem Geschoss, Lisenengliederung und Zopfstil-Ornamenten. Die Wände sind nun in einem warmen Ocker‑Gelb gestrichen, mit kontrastierenden weißen Putzdetails an den Eckquadern, Fensterrahmungen und Gesimsen. Pilaster zwischen den Fenstern verleihen der Fassade vertikalen Akzent und Rhythmus.

Ecktürme: Vier Türme erhielten 1884 flache Kuppeln mit Laternen; ursprüngliche Giebel durch dekorative Dachgauben ersetzt.

Rosalienkapelle: Kleine Kapelle zu Ehren der hl. Rosalia im südöstlichen Turm.

Bogenportal: Das Bogenportal wird von jeweils zwei Pilastern flankiert. Über dem Portal befindet sich eine plastische Flechtverzierung (Zopfstil) sowie ein gebrochener Giebel.

Dachsanierung: Schwere Schäden 1945, Restaurierung des Daches 2020.

Merkmale vs. Architekturstile

Fassade → Frühklassizistisch
Die Fassade gehört zum frühklassizistischen Stil. Sie ist symmetrisch komponiert, mit einem rustizierten Erdgeschoss, einfachen Pilasterstreifen und zurückhaltender Flechtverzierung.

Ecktürme → Historistisch (Renovierung 1884)
Die Ecktürme wurden 1884 im historistischen Stil umgestaltet. Sie ragen leicht vor und sind mit flachen Kuppeln und Laternen abgeschlossen.

Eingangsportal → Frühklassizistisch
Das Eingangsportal entspricht dem frühklassizistischen Stil. Es besteht aus einem Korbbogenportal, das von doppelten Pilastern eingefasst ist, mit Flechtverzierung und einem gebrochenen Giebel darüber.

Fenster → Frühklassizistisch
Die Fenster sind im frühklassizistischen Stil gestaltet. Es handelt sich um rechteckige Sprossenfenster, die von einfachen Stuckrahmungen eingefasst werden.

Dach → Mansarddach (klassizistischer Einfluss)
Das Dach folgt einem mansardartigen Aufbau, beeinflusst durch den Klassizismus. Es ist steil geneigt und mit Dachgauben versehen, die Raum im Dachgeschoss schaffen.

Lage / Umfeld → Barocktradition adaptiert an den Klassizismus
Das Umfeld setzt eine barocke Tradition in klassizistischer Form fort. Das Schloss wird von einem geraden Weg erschlossen, der von Rasenflächen gesäumt ist, mit Nebengebäuden in harmonischem Stil.

Heutige Nutzung

Das Schloss befindet sich weiterhin im Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Dank seiner Nutzung als Arztpraxis wird es sorgfältig instand gehalten.

Obwohl eine Innenbesichtigung nicht möglich ist, laden Außenanlage und Architektur zu Spaziergängen und fotografischen Eindrücken ein.

Das Schloss bleibt ein markantes Wahrzeichen und ein geschätztes Kulturerbe Kärntens.