Karner
Standort
Südlich der Stadtpfarrkirche zum Heiligen Georg befindet sich der romanische Karner, ein zweigeschossiger Rundbau aus dem 12. oder 13. Jahrhundert.
Größtes Beinhaus Kärntens
Ursprünglich als Beinhaus errichtet, diente er der Aufbewahrung der aus dem umliegenden Gottesacker entnommenen Gebeine. Er gilt als größtes Beinhaus Kärntens und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken seiner Art im gesamten deutschen Sprachraum.
Architektur
Der zweigeschossige Rundbau aus der Romanik zeichnet sich durch ein massives Mauerwerk, ein konisches Schindeldach und schlichte Fassaden aus.
Typisch romanische Rundbogenfenster und ein reduziertes, klares Erscheinungsbild bestimmen die äußere Wirkung des Bauwerks.
Heute beeindruckt der Karner durch die harmonische Verbindung romanischer Bauformen, eines spätgotischen Sternrippengewölbes und einer stillen, kontemplativen Atmosphäre im Inneren.
Eingang
Ursprünglich lag der Eingang im Osten, wurde jedoch später auf die Nordseite verlegt. Der Türsturz besteht aus einem kannelierten Pilaster aus der Römerzeit.

Ältestes Steindenkmal in St. Veit
Rechts neben dem Eingang befindet sich ein Fragment eines karolingischen Flechtwerksteines, das als ältestes Steindenkmal St. Veits gilt und wertvolle Hinweise auf eine mögliche, frühmittelalterliche Besiedelung der Gegend liefert.
Innenraum
Der Innenraum wird von einem überlebensgroßen spätgotischen Gekreuzigten beherrscht, einem außergewöhnlichen Werk der Kärntner Schnitzkunst um 1500. Dieses Kruzifix, das ursprünglich Teil einer größeren Kreuzigungsgruppe war, wurde im Zuge einer Umgestaltung Mitte des 20. Jahrhunderts hier aufgestellt.
An der Innenwand befindet sich eine römische Votivinschrift für den Gott Jupiter Dolichenus, gestiftet von Ti. Claudius Quitilianus und Rutenia Severina (CIL III 4790).
Umwidmung zum Kriegergedächtnis
Im Jahr 1930 wurde der Bau als Kriegergedächtnisstätte der Stadt umgewidmet. Zwischenzeitlich angebrachte Fresken von Switbert Lobisser sowie ein Serpentinsarkophag wurden später entfernt.
Innenrestaurierung
Eine umfassende Innenrestaurierung erfolgte im Jahr 1987.















Historische Fotografien
Bildquelle: Archiv der Stadtgemeinde St. Veit an der Glan

Karner am Kirchplatz
Fotografie, um 1930 entstanden

Karner mit Rundbogenportal
Fotografie aus dem Jahr 1966

Spätgotisches Kruzifix
Fotografie, um 1965 entstanden
Ein Meisterwerk der Holzschnitzkunst um 1500

Innenansicht des Karners
Fotografie, um 1955 entstanden
Die Innenansicht des Karners zeigt Fresken mit Soldatenmotiven von Swibert Lobisser. Diese wurden an den Wänden angebracht, weil das Bauwerk ab 1930 als Kriegergedächtnisstätte genutzt wurde. Das Foto entstand vor der Renovierung.