Carinthia Haus
Hauptplatz Nr. 10
Dieses dreigeschossige, sechsachsige Gebäude mit frühbarocker Fassade befindet sich an einem markanten Punkt: dem Kreuzungspunkt der beiden Hauptachsen der historischen Altstadt.
Aufgrund seiner Lage und Parallelen in anderen Städten wie etwa Völkermarkt, kann auch angenommen werden, dass es der Standort eines Stadthauses der Spanheimer-Herzöge war.
Baugeschichte
Gotischer Kernbau
Unter der barocken Oberfläche verbirgt sich ein spätgotisches Tragwerk, wie es für Bürgerhäuser der damaligen Zeit in Kärnten typisch war.
Umbau im 16. Jahrhundert mit frühbarocken Veränderungen
Das Gebäude in seiner heutigen Form stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und zeigt eine dreigeschossige, sechsachsige Fassade. Besonders auffällig ist ein dreigeschossiger Portalvorbau, der in der Frühbarockzeit ergänzt wurde.
Architektonische Merkmale
Frühbarocke Hauptfassade
Die südwestlich ausgerichtete Hauptfassade öffnet sich zum Hauptplatz hin. Sie ist vertikal in sechs gleichmäßige Achsen gegliedert, was dem Gebäude Symmetrie und Ausgewogenheit verleiht.
Dreigeschossiger Portalvorbau
Die Fassade wird von einem markanten, dreigeschossigen Portalvorbau dominiert. Dieser wurde Mitte des 16. Jahrhunderts hinzugefügt. Im Erdgeschoss befindet sich ein dreibogiger Arkadenvorbau. Darüber sind zwei überdachte Balkone übereinander angeordnet.
Beschreibung des Arkadenvorbaus (Erdgeschoss):
– dreibogiger Arkadenvorbau
– getragen von zwei freistehenden Säulen
– vorspringend aus der Hauptfassade
– führt zum Rundbogenportal











Symbolik von Fassade und Form
Symmetrische sechsachsige Gliederung | Vertikale Ordnung
Die Fassade ist über drei Geschosse hinweg in sechs gleichmäßige Fensterachsen unterteilt – ein Ausdruck von Symmetrie und architektonischer Eleganz.
Dreigeschossige Fensterreihung | Horizontale Gliederung
Jedes Geschoss ist durch eine eigene Fensterreihe deutlich abgesetzt, was dem Bau eine klare horizontale Struktur verleiht.
Vorgezogener Portalpavillon | Vertikale Betonung
Die drei übereinander liegenden Geschosse des Portalpavillons unterstreichen die Vertikalität des Bauwerks. Die Arkaden ruhen auf kraftvoll wirkenden Säulen.
Walmdach | Stabilität und Würde
Das steil geneigte Walmdach mit seinen rötlich-braunen Ziegeln ist typisch für die mitteleuropäische Stadtarchitektur.
Walmdächer galten als Symbol für Beständigkeit, Autorität und die soziale Stellung der Eigentümer.
Markante Lage
Am östlichen Ende des Hauptplatzes gelegen, markiert das Kärntner Haus einen bedeutenden Kreuzungspunkt – die Schnittstelle der beiden historischen Hauptachsen der Altstadt.
Die Achse Nordost–Südwest verband das Friesacher Tor im Nordosten mit dem Villacher Tor im Südwesten.
Die Achse Nordwest–Südost verband das Weitensfelder Tor im Nordwesten mit dem Klagenfurter Tor im Südosten.
Historisches Verwaltungsgebäude
Das Gebäude wurde bereits zur Zeit der Spanheimer als Verwaltungssitz urkundlich erwähnt.
Denkmalgeschützt
Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und ist Teil des geschützten historischen Ensembles von St. Veit an der Glan.
Historische Fotografie
Bildquelle: Archiv der Stadtgemeinde St. Veit an der Glan

Sparkasse am Hauptplatz
Fotografiert im Jahr 1959