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Klosterkirche

Einführung

Die Klosterkirche „Unsere Liebe Frau“ ist eine frühgotische Saalkirche, die zwischen 1323 und 1326 als Teil eines Klarissenklosters errichtet wurde. Das Kloster war eine Stiftung des damaligen Landeshauptmanns, Konrad von Auffenstein. Gründungsteine im Inneren der Kirche zeigen eine Eule als Wappentier der Auffensteiner.

Das langgestreckte Bauwerk beeindruckt durch seine schlichte Eleganz und weist typische Elemente der Frühgotik auf – darunter massive Strebepfeiler, ein schlanker Turm sowie ein Rippengewölbe mit Reliefsteinen aus dem 14. Jahrhundert.

An der Südseite der Kirche befinden sich barocke Anbauten, darunter Kapellen und die Sakristei. Die Innenausstattung verbindet gotische Strenge mit barocker Prachtentfaltung: Besonders hervorzuheben sind der prachtvolle Hochaltar von Johann Pacher, einem bedeutenden St. Veiter Holzbildhauer des 18. Jahrhunderts, sowie eine wertvolle Barockorgel aus dem Jahr 1731. Diese verfügt über ein Brüstungspositiv unterhalb des Hauptwerks, beide in einem gemeinsamen Orgelkasten vereint.

Mehrere historische Grabplatten im Innenraum erinnern an die lange Geschichte der Kirche und ihre einstige Funktion als klösterlicher Andachtsort. Die Klosterkirche ist bis heute ein Ort der Stille und geistlichen Besinnung.

Geschichte der Klosterkirche

Die Klosterkirche „Unsere Liebe Frau“ wurde in den Jahren 1323 bis 1326 auf Initiative des Adligen Konrad von Auffenstein und seiner Gattin gegründet. Sie war Teil eines Klarissenklosters und ist seit 1323 urkundlich belegt.

Im Jahr 1383 stifteten die Herren von Kraig eine Kaplanei.

Nach der Reformation kam es zur Auflösung des Klosters; es wurde zunächst als Armenhaus genutzt. Ein späterer Versuch, das Gebäude den Jesuiten zu übergeben, blieb ohne Erfolg.

Im 17. Jahrhundert übernahmen die Franziskaner das Anwesen und bauten es bis 1648 weitgehend neu.

Im Zuge der josephinischen Reformen wurde das Kloster 1786 aufgelöst.

Ein Brand 1829 zerstörte Teile des Osttrakts, der daraufhin abgetragen wurde.

Der erhaltene Westtrakt diente später als Schule sowie als Wirtschaftsgebäude.

Zwischen 1963 und 1965 wurde die Kirche umfassend restauriert.

Architektur|Außenansicht

Die Klosterkirche ist eine frühgotische Saalkirche mit einem sechseckigen Chorschluss und kräftigen, gestuften Strebepfeilern. Ein markantes Merkmal ist der schlanke Westturm mit einer barock überarbeiteten, gedrückten Haube. Der Bau folgt dem Typus der Bettelordenskirchen.

Das Nordportal zeigt ein mehrfach profiliertes Gewände. Im Tympanon ist ein Christuskopf mit Farbresten erhalten.


Innenraum und Ausstattung

Der Innenraum ist schlicht gehalten, besitzt jedoch ein kunstvolles Kreuzrippengewölbe, dessen Schlusssteine symbolische Reliefs wie das Lamm Gottes, eine Rosette oder einen Pelikan zeigen.

Der Hochaltar, datiert auf 1734, wurde vom Bildhauer Johann Pacher gestaltet.

Das zentrale Altarbild zeigt die „Unbefleckte Empfängnis“, flankiert von Heiligenfiguren. Die Farbfassung stammt vermutlich von Josef Anton Schwämbacher aus dem Jahr 1739.

An der Südseite befinden sich drei barocke Kapellen (1666–1669), ursprünglich als Begräbnisräume konzipiert. Besonders hervorzuheben sind:
–  eine Grablegungskapelle mit geschnitztem Aufsatz und Altarbild
–  eine Kapelle mit der Darstellung der Verkündigung Mariens
–  sowie eine zweijochige Kapelle mit einer Kreuzigungsgruppe, die um 1780 entstand

Weitere Besonderheiten sind ein spätgotisches Weihwasserbecken, mehrere historische Grabplatten sowie eine römische Inschrift, die als Gruftabdeckung verwendet wurde.


Orgel

Die Barockorgel wurde im Jahr 1731 von Franz Knoller erbaut. Vermutlich erfolgte ein Umbau durch Joachim Prugger um 1777. Das Instrument wurde 1970 restauriert und verfügt über ein Brüstungspositiv, das optisch mit dem Hochaltar harmoniert. Orgelgehäuse und Klanggestaltung spiegeln die Ästhetik des Hochbarock wider.

Lage und Nutzung

Die Klosterkirche liegt südwestlich der historischen Altstadt von St. Veit an der Glan, angrenzend an das frühere Bürgerspital. Heute ist sie als Filialkirche Teil der römisch-katholischen Pfarre St. Veit. Die ehemaligen Klostergebäude dienen überwiegend als Wirtschafts– oder Wohnräume.

Besichtigungen sind in der Regel im Rahmen von Führungen oder Veranstaltungen möglich.

Historische Fotografien
Bildquelle: Archiv der Stadtgemeinde St. Veit an der Glan

Klosterkirche
Fotografiert um 1960

Diese Aufnahme zeigt den Westturm, die Strebepfeiler der Nordfassade und die Nordkapelle.

Klosterkirche
Fotografiert im Jahr 1963
Blickrichtung: Osten

Die Aufnahme entstand kurz vor dem Abbruch der Antoniuskapelle.

Klosterkirche
Fotografiert im Jahr 1963
Blickrichtung: Westen

Die Aufnahme entstand kurz vor dem Abbruch der Antoniuskapelle.

Klosterkirche – nach Abbruch Zubau
Fotografiert um 1965

Klosterkirche und Bürgergasse
Fotografiert im Jahr 1966
Blickrichtung: Westen

Klosterkirche Innenansicht
Fotografiert im Jahr 1966

Konrad von Auffenstein

Konrad III. von Auffenstein († 1368) war ein führender kärntnerischer Adliger, der als Marschall und später als Landeshauptmann von Kärnten diente. Ursprünglich aus Tirol stammend, erlangte er unter Herzog Meinhard II. von Görz–Tirol nach der Niederschlagung des Aufstands der kärntnerischen Adelsfamilien in den 1290er-Jahren Bedeutung.

Konrad wurde mit umfangreichen Gütern belohnt, darunter die Burg Karlsberg bei St. Veit an der Glan, und erweiterte seinen Besitz in Kärnten und Tirol. 1323 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Dietmut (Diemut) das Klarissenkloster in St. Veit und errichtete die Klosterkirche Unsere Liebe Frau“, die zum Familienbegräbnis wurde.

Nach 1335 unterstützte er die habsburgische Übernahme Kärntens, was ihn jedoch Teile seines Tiroler Erbes kostete. Er starb 1368 auf der Burg Strechau. Seine Söhne rebellierten später gegen die Habsburger und wurden jahrzehntelang inhaftiert.