Skip to content

Waldkapelle am Muraunberg (Schwarze Muttergottes)

Beschreibung

Die idyllisch gelegene Waldkapelle am Muraunberg, dem Hausberg von St. Veit an der Glan, ist in der Region als „Schwarze Muttergottes“ bekannt.

Der kleine Sakralbau mit flach gewölbtem Tonnengewölbe und hölzerner Vorhalle wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts von Vinzenz und Barbara Trixner (geb. Florian) aus St. Veit gestiftet.

Im Inneren befindet sich eine Figur der Schwarzen Madonna, die der Kapelle ihren volkstümlichen Namen verliehen hat. Die Weihe erfolgte am 17. Juli 1864 durch Franz Franzisci.

Die Kapelle ist in Ost-West-Richtung ausgerichtet und steht über drei Quellen, die zusammengeführt wurden und heute gemeinsam einen kleinen Bach speisen. Dem Quellwasser wird eine heilende Wirkung zugeschrieben.

Inschrift

Am äußeren Giebel findet sich die Inschrift:
Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, O heilige Gottesgebärerin.“


Lage

Die Kapelle befindet sich im Wald am Muraunberg, südwestlich des Stadtzentrums von St. Veit an der Glan.


Errichtungsjahr

Die Kapelle wurde 1864 erbaut.

Legenden und Erzählungen rund um die Waldkapelle

Die Geschichte des Jägers
Einer überlieferten Erzählung zufolge mied ein Jäger sonntags den Kirchgang und streifte stattdessen im Wald auf der Suche nach Eichhörnchen umher. Eines Tages wurde er für seine Missachtung des Sonntags bestraft: Dämonen, die sich in Eichhörnchen verwandelt hatten, fielen über ihn her. In seiner Verzweiflung wandte sich der Jäger an die Gottesmutter Maria und bat um Hilfe. Seine Bitte wurde erhört – er konnte entkommen. Zum Zeichen seiner Dankbarkeit errichtete er an dieser Stelle eine kleine hölzerne Kapelle und stellte darin eine Marienstatue auf. Der Überlieferung nach blieb dieser Ort selbst in Zeiten kriegerischer Bedrohung – etwa durch die Türken – unversehrt. Lediglich die Statue in der Kapelle verfärbte sich mit der Zeit schwarz.

Nächtliche Erscheinungen im Wald
Eine weitere mündlich überlieferte Geschichte berichtet von einem Bauern, der nach einem feuchtfröhlichen Abend in der Stadt zu Fuß in Richtung Muraunerhof unterwegs war. Um schneller nach Hause zu gelangen, wählte er einen Pfad durch den Wald. Als die Turmuhr der Stadtpfarrkirche Mitternacht schlug, zog ein heftiger Sturm auf. Aus dem Unterholz schälten sich gespenstische Gestalten, die sich bedrohlich näherten. In Panik versuchte der Mann zu fliehen, stürzte jedoch einen Abhang hinunter und verletzte sich schwer. In Todesangst erinnerte er sich an den geweihten Rosenkranz in seiner Tasche und begann, inständig zu beten. Als die Uhr ein Uhr schlug, löste sich das unheimliche Treiben plötzlich auf, und der erschöpfte Bauer schlief ein. Am nächsten Morgen konnte er, wenn auch humpelnd, seinen Heimweg fortsetzen. Aus Dankbarkeit ließ er kurz darauf eine Kapelle errichten und stellte darin ein Marienbild auf.

Der Schatz im Muraunberg
Auch eine alte Sage, überliefert durch Georg Graber in seinen Kärntner Sagen, ist mit dem Muraunberg verbunden:
Seit jeher hält sich das Gerücht, dass im Inneren des Berges wertvolle Schätze verborgen liegen. Viele hätten bereits versucht, sie zu heben – bislang jedoch ohne Erfolg.
Eines Tages sollen sich drei mutige Männer zur rechten Stunde mit Schaufel und Spaten auf den Weg gemacht haben. Sie begannen zu graben, voller Hoffnung und Tatendrang. Schließlich stießen sie auf eine große eiserne Truhe. Doch als sie diese freilegen und heben wollten, erschien ihnen ein schwarzer Hund mit glühenden Augen. Vor Schreck ließen die Männer alles zurück und flohen. Aus der Ferne hörten sie noch Klagelaute und das Poltern, als der Schatz mit lautem Getöse wieder in die Tiefe versank.