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Dr. Arthur Lemisch

Wohnhaus und Gedenktafel – Hauptplatz 30

Hauptplatz 30 diente als einer der späteren Wohnsitze von Arthur Lemisch. Dieses Gebäude befindet sich nur wenige Schritte von seinem Geburtshaus (Hauptplatz 24) entfernt.

Hauptplatz 30 weist eine elegante Fassade im klassizistischen Stil auf. An dieser Adresse hatte der künftige Landeshauptmann seine Stadtwohnung, und hier erinnert eine Gedenktafel an sein Wirken für das Bundesland Kärnten.

Gedenktafel Dr. Arthur Lemisch – Erläuterung

Dr. Arthur Lemisch (1865–1953) war eine bedeutende politische Persönlichkeit in der Geschichte Kärntens. Er vertrat das Bundesland zunächst als Abgeordneter im Kärntner Landtag (1896–1897) und anschließend als Abgeordneter des Reichsrats in Wien (1897–1907).

In den Jahren 1927 bis 1931 bekleidete Lemisch das Amt des Landeshauptmanns von Kärnten. Besondere historische Bedeutung kommt ihm jedoch als Landesverweser in der Zeit unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zu – einer der schwersten Phasen für Kärnten. In dieser Funktion leitete er maßgeblich die politischen und organisatorischen Maßnahmen während des Abwehrkampfes 1918–1919 gegen die territorialen Ansprüche des SHS-Staates (Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen).

Sein Wirken kulminierte in der Volksabstimmung am 10. Oktober 1920, bei der sich eine Mehrheit der südlichsten Kärntner Bevölkerungsteile für den Verbleib bei Österreich entschied – ein entscheidender Moment für die territoriale Integrität des Landes.

Kurzbiographie
Dr. Arthur Lemisch (1865–1953)

Dr. Arthur Lemisch wurde am 6. Februar 1865 in St. Veit an der Glan geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Klagenfurt studierte er Rechts- und Staatswissenschaften sowie Agrarwissenschaften in Innsbruck, Graz und Wien. Im Jahr 1892 wurde er an der Universität Innsbruck zum Doktor der Rechte promoviert.

Ab den späten 1890er-Jahren prägte Lemisch die politische Landschaft Kärntens nachhaltig: Als Abgeordneter zum Landtag, als Mitglied des österreichischen Reichsrats und später als Landesverweser Kärntens (1918–1921). In dieser Funktion spielte er eine zentrale Rolle im Kärntner Abwehrkampf sowie bei der Volksabstimmung von 1920, in der sich die Bevölkerung Südkärntens mehrheitlich für den Verbleib bei Österreich entschied.

Von 1927 bis 1931 war er Landeshauptmann von Kärnten. Dr. Lemisch verstarb am 29. Oktober 1953 auf seinem Landsitz, dem Schloss Kölnhof, am Stadtrand von St. Veit.