Skip to content

Römischer Familiengrabstein

An der Fassade des Hauses Hauptplatz Nr. 24 befindet sich ein querrechteckiger, römerzeitlicher Familiengrabstein. In einem zentralen Rundmedaillon sind die Reliefbüsten eines Ehepaares mit Kind dargestellt, flankiert von zwei nackten Jünglingen.

Die weibliche Figur trägt die für den norischen Raum typische norische Haube.

Geschichte

Der römerzeitliche Grabstein befand sich ursprünglich vermutlich am Gebäude Spitalgasse Nr. 2 und wurde später an seinen heutigen Standort übertragen.

Epheben | Darstellung und Symbolik

Singular: Ephebe
Plural: Epheben

In der römischen Grabkunst erscheinen Epheben häufig als flankierende Figuren, möglicherweise in der Rolle von Totendienern. Sie symbolisieren Jugend, Vitalität und Schönheit.

Ein Ephebe ist in der römischen Grabkunst ein idealisierter nackter Jüngling, der oft wie folgt dargestellt wird:
–  schlank und athletisch, mit klassischen Proportionen
–  unbekleidet oder leicht umhüllt, als Ausdruck von Reinheit, Schönheit und jugendlichem Geist
–  stehend, liegend oder als flankierende Figur

Steinmedaillons im antiken Römischen Reich

Antike römische Steinmedaillons, die zur Ehrung der Verstorbenen verwendet wurden, waren kreisrunde oder ovale Platten, die oft aus Marmor oder Kalkstein gefertigt waren und als Denkmäler dienten. Diese Medaillons wurden typischerweise auf Gräbern oder Grabmonumenten platziert, um eine verstorbene Person zu ehren.

Die Medaillons zeigten oft ein detailliertes Reliefporträt des Verstorbenen, das sein Gesicht auf eine lebensechte oder idealisierte Weise darstellte. Zusätzlich zum Porträt konnten sie Inschriften mit dem Namen der Person, Familienangaben und manchmal ein kurzes Epigramm oder eine Beschreibung ihres Lebens enthalten. Einige Medaillons zeigten auch Szenen aus dem Leben des Verstorbenen, wie etwa seinen Beruf, seine Erfolge oder Symbole seines sozialen Status, was die Bedeutung der Person widerspiegelte.

Der Zweck dieser Steinmedaillons war es, das Andenken an die Verstorbene zu bewahren und ihren Platz im Jenseits zu sichern. Diese Denkmäler wurden oft zusammen mit anderen Bestattungsgegenständen auf Gräbern platziert und trugen zur römischen Tradition bei, die Toten zu ehren und sich an sie zu erinnern.