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Bahnhof Glandorf

Drei Bahnhöfe
Glandorf, Westbahnhof und Bahnhof St. Veit

St. Veit an der Glan ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eng mit der Eisenbahn verbunden. Die Entwicklung der Bahnstationen in Glandorf, beim heutigen Westbahnhof und beim heutigen Bahnhof St. Veit zeigt, wie sehr die Stadt um ihre Anbindung an das Eisenbahnnetz ringen musste.

Mit der Kronprinz-Rudolf-Bahn erhielt St. Veit 1868 Anschluss an eine der wichtigsten Eisenbahnlinien der Monarchie. Am 19. Oktober 1868 verkehrte der erste Zug von Wien kommend über St. Veit in Richtung Feldkirchen und Villach; am 30. September 1869 folgte der erste Zug nach Klagenfurt. Der große Bahnhof konnte damals jedoch nicht näher an die Stadt herangebracht werden. Er entstand in Glandorf, außerhalb des damaligen Stadtzentrums. Erst zusätzlich wurde eine stadtnähere Haltestelle bewilligt: die Station St. Veit Stadt, der heutige Westbahnhof.

Die Eisenbahn veränderte St. Veit nachhaltig. Durch den Zuzug von Eisenbahnangestellten stieg die Einwohnerzahl spürbar an, und die Stadt wurde zu einem wichtigen Bahnknoten im Kärntner Zentralraum.

Bahnhof Glandorf
Der erste große Bahnhof St. Veits

ab 1868

Der Bahnhof Glandorf war der erste große Bahnhof im Raum St. Veit an der Glan. Er wurde 1868 als Teil der Kronprinz-Rudolf-Bahn eröffnet. Die Bahnlinie führte von Launsdorf kommend über Glandorf weiter zur Station Stadt St. Veit — dem heutigen Westbahnhof — und von dort Richtung Feldkirchen und Villach. In Gegenrichtung zweigte die Verbindung nach Klagenfurt ab.

Die Stadtgemeinde St. Veit hatte sich bereits während der Planungsphase bemüht, den Bahnhof näher an die Stadt zu bringen. Das gelang jedoch nicht. Der Stationsplatz wurde in Glandorf, in der Nähe der damaligen Bleiweiß-Fabrik, dem späteren Industriebereich bei FunderMax, situiert. Die Entfernung zur Stadt wurde von Gemeinde und Bevölkerung als großer Nachteil empfunden.

Glandorf blieb über Jahrzehnte ein bedeutender Bahnstandort. Kaiser Franz Joseph I. wurde hier bei mehreren Reisen festlich empfangen. Erst mit der Eröffnung der neuen zweigleisigen Strecke über Goggerwenig und des heutigen Bahnhofs St. Veit an der Glan im Jahr 1912 verlor Glandorf seine frühere Rolle im Personenverkehr. Die alte Strecke Launsdorf–Glandorf wurde damals für den durchgehenden Personenverkehr aufgegeben.

Der Bahnhof Glandorf wurde jedoch nicht vollständig aufgelassen. Nach der Inbetriebnahme des Großverschiebebahnhofs Villach Süd im Jahr 1990 wurde der frühere Verschiebebahnhof zwar stark reduziert, blieb aber weiterhin Teil der Bahninfrastruktur. Auch heute ist Glandorf als ÖBB-Verkehrsstelle geführt mit einem Mobilitätsangebot mit Zug, S-Bahn und Bus.

Westbahnhof
Von der Haltestelle „St. Veit Stadt“
zum heutigen St. Veit an der Glan-West

ab 1868

Der heutige Westbahnhof geht auf die Haltestelle St. Veit Stadt zurück, die bereits im Zusammenhang mit dem Bau der Kronprinz-Rudolf-Bahn bewilligt wurde. Sie sollte die Stadt besser an den Bahnverkehr anbinden, nachdem der große Bahnhof in Glandorf und damit außerhalb des Stadtzentrums errichtet worden war.

Besondere Bedeutung hatte der Standort auch als Betriebsanlage. Das 1880 errichtete Heizhaus zählt zu den ältesten erhaltenen Eisenbahn-Heizhäusern Kärntens. Dort wurden Lokomotiven gewartet und versorgt. Heute ist das Heizhaus vor allem durch seine historische Eisenbahnsammlung bekannt, darunter Fahrzeuge wie die Elektrolokomotive 1245.05 und Schnelltriebwagen der Reihe 4042.

Auch der Westbahnhof ist nicht vollständig stillgelegt. Er besteht heute weiterhin als ÖBB-Verkehrsstelle St. Veit an der Glan-West. Die ÖBB führt diese Station mit Ankünften und Abfahrten sowie einem Mobilitätsangebot mit Zug und S-Bahn.

Bahnhof St. Veit an der Glan
Zentraler Bahnhof seit 1912

Am 1. Oktober 1912 wurde die neue zweigleisige Strecke von Launsdorf über Goggerwenig zum neuen Personenbahnhof St. Veit an der Glan in Betrieb genommen. Damit erhielt die Stadt endlich jenen zentraleren Bahnhof, für den sie sich seit den 1860er-Jahren eingesetzt hatte.

Der neue Bahnhof brachte wesentliche betriebliche Vorteile. Vor allem entfiel das sogenannte „Stürzen“ der Züge in Glandorf, also das Umsetzen der Lokomotive an das andere Zugende bei Fahrten Richtung Klagenfurt. Der neue Bahnhof wurde zum zentralen Personenbahnhof der Stadt und ist bis heute der wichtigste Bahnknotenpunkt St. Veits.

Zwischen 2013 und 2015 wurde der Bahnhof modernisiert. Heute verbindet er seine historische Rolle mit zeitgemäßer Verkehrsinfrastruktur und bleibt gemeinsam mit Glandorf und St. Veit an der Glan-West Teil der traditionsreichen St. Veiter Eisenbahngeschichte.

Zeitstrahl

Jahr

Bahnhof / Station

Bedeutung

1868

Bahnhof Glandorf

Eröffnung als großer Bahnhof der Kronprinz-Rudolf-Bahn im Raum St. Veit.

1868

Haltestelle St. Veit Stadt, heute St. Veit an der Glan-West

Stadtnähere Haltestelle an der ursprünglichen Rudolfsbahn-Trasse.

19. Oktober 1868

Kronprinz-Rudolf-Bahn

Erster Zug von Wien kommend über St. Veit Richtung Feldkirchen und Villach.

30. September 1869

Verbindung nach Klagenfurt

Erster Zug nach Klagenfurt; Glandorf wurde wichtiger Knotenpunkt.

1880

Heizhaus beim heutigen Westbahnhof

Errichtung des Heizhauses zur Wartung und Versorgung von Lokomotiven.

1. Oktober 1912

Bahnhof St. Veit an der Glan

Inbetriebnahme der neuen zweigleisigen Strecke über Goggerwenig und des neuen Personenbahnhofs.

ab 1912

Glandorf

Verlust der früheren Rolle im Personenverkehr, weitere bahnbetriebliche Nutzung.

1990

Glandorf

Reduktion nach Eröffnung des Großverschiebebahnhofs Villach Süd; weiterhin Teil der Bahninfrastruktur.

heute

St. Veit an der Glan-West

Weiterhin ÖBB-Verkehrsstelle mit Zug- und S-Bahn-Anbindung.

heute

Glandorf

Weiterhin ÖBB-Verkehrsstelle mit Zug-, S-Bahn- und Busanbindung.