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Volksschule

Architektonische Merkmale und Stil

Das Gebäude der Volksschule in St. Veit an der Glan zeigt eine klassische mitteleuropäische Architektur des späten 19. bis frühen 20. Jahrhunderts.

Der Baustil lässt sich wie folgt beschreiben:

1) Symmetrische Fassade: Die Fassade ist klar strukturiert und symmetrisch aufgebaut, mit gleichmäßig angeordneten Fenstern und betonten horizontalen Linien.

2) Bossierte Putzstruktur (Rustika): Das Erdgeschoss ist mit bossierten Putzquadern gestaltet, was dem Gebäude eine solide und standhafte Wirkung verleiht. Die Obergeschosse sind glatter gehalten, behalten aber eine vertikale Gliederung bei.

3) Hohe, schmale Fenster: Die Fenster sind hochrechteckig und gleichmäßig verteilt. Sie sind mit weißen Faschen eingerahmt, die einen eleganten Kontrast zur ockerfarbenen Fassade bilden. Diese Fensterform ist typisch für den Historismus und den Neoklassizismus.

4) Klassizistische Verzierungen: Über den Fenstern und entlang des oberen Fassadenbereichs befinden sich dekorative Stuckelemente wie Blumenornamente und Gesimse, die dem Bau eine repräsentative Ausstrahlung verleihen.

5) Gesimse und Gurtgesimse: Horizontale Gliederungslinien unterteilen das Gebäude in klare Zonen – besonders auffällig sind das kräftige Hauptgesims unter dem Dach und die Gurtgesimse zwischen den Etagen.

6) Walmdach: Dies entspricht der öffentlichen Architektur Mitteleuropas aus dem späten 19. Jahrhundert.

7) Farbgestaltung: Die warm gelb-ockerfarbene Fassade mit weißen Zierleisten und dunkelbraunen Fensterrahmen verleiht dem Gebäude eine würdige und freundliche Ausstrahlung – typisch für öffentliche Gebäude aus der Zeit der k.u.k.-Monarchie.

Insgesamt handelt es sich um ein repräsentatives Schulgebäude im Stil des Historismus, das Funktionalität mit klassischer Eleganz verbindet – ein Beispiel für die solide Bauweise öffentlicher Gebäude im späten Habsburgerreich.

Architekt und Bauphasen

Dreiflügeliger Komplex aus der Späthistorismus‑Epoche

Der eindrucksvolle dreigeschossige Schulbau mit dreiflügeligem Grundriss zeigt eine markante Fassadengestaltung im Stil des Späthistorismus. Der Entwurf stammt von Architekt Michael Wank. Der Bau erfolgte in mehreren Abschnitten: der Mitteltrakt 1892, der Nordwestflügel 1899 und der Südostflügel 1907.

Geschichtlicher Hintergrund

Die erste Volksschule von St. Veit an der Glan befand sich am Unteren Platz und war ausschließlich Knaben vorbehalten. Mädchen wurden in einem separaten Gebäude am Hauptplatz unterrichtet.

Bauetappen des heutigen Schulgebäudes
Das aktuelle Schulgebäude wurde in mehreren Abschnitten errichtet:
1893: Bau der Knabenvolksschule (heute VS2)
1899: Erweiterung um die Mädchenvolksschule (heute VS1 und VS2)
1909: Zubau an der Ecke Schillerplatz/Bahnhofstraße; heute BÜM (Betreuen – Üben – Miteinander), VS2
1967: Neubau an der Friesacher Straße für VS1, ASO (Allgemeine Sonderschule) und SPZ (Sonderpädagogisches Zentrum)
1996: Errichtung eines neuen Turnsaals sowie eines Treffpunkts für Vereine

Die Volksschule heute

Kurzporträt:
Die Volksschule St. Veit an der Glan ist eine öffentliche Bildungseinrichtung mit rund 390 Kindern und über 40 Lehrkräften. Seit dem Jahr 2006 ist sie Teil des österreichweiten ÖKOLOG-Programms, das ökologische Nachhaltigkeit im Schulalltag fördert.

Pädagogisches Profil:
Die Schule setzt vielfältige Schwerpunkte in ihrer Bildungsarbeit. Neben einem musikbetonten Zweig legt sie besonderes Augenmerk auf:
–  Montessori-orientiertes Lernen
–  Bewegung und Sport
–  Frühzeitige Förderung in den Bereichen Informatik und Naturwissenschaften
–  Inklusion und Integration
–  Ganztägige Betreuung mit verschränktem Unterricht

Besondere Projekte:
Die Schule beteiligt sich regelmäßig an fächerübergreifenden Projekten, die Natur, Umwelt und Gesundheit in den Mittelpunkt stellen. Beispiele aus den letzten Jahren sind:
–  Kinder erforschen die Natur
–  Element Wasser
–  Klimaschule
–  No Waste (weniger Müll im Alltag)
–  Gesunde Ernährung und Bewegung“

Standort:
Die Volksschule befindet sich in zentraler Lage am Schillerplatz, nur wenige Gehminuten vom historischen Stadtkern entfernt.

Historische Fotografien
Bildquelle: Archiv der Stadtgemeinde St. Veit an der Glan

Schillerplatz, Blick Richtung Norden
Fotografiert um 1930

Schillerplatz, Blick Richtung Norden
Fotografiert um 1930

Schulgebäude am Schillerplatz
Fotografiert im Jahr 1966

Dieses Foto zeigt das Schulgebäude am Schillerplatz, in dem die Gewerbliche Berufsschule und die Knabenvolksschule untergebracht waren.