Evangelische Christuskirche
Die Evangelische Christuskirche befindet sich in der Martin-Luther-Straße 1 und dient als evangelische Pfarrkirche von St. Veit. Zusammen mit der Tochterkirche in Eggen am Kraigerberg bildet sie das Zentrum des evangelischen Gemeindelebens in der Region. Der hohe Kirchturm ist ein markantes Wahrzeichen.
Geschichte der Evangelischen Pfarrgemeinde St. Veit
Die Evangelische Pfarrgemeinde St. Veit entstand um 1904 im Zuge der „Los-von-Rom“-Bewegung. Zunächst war sie von 1907 bis 1909 eine Filiale der Klagenfurter Pfarrgemeinde, bevor sie 1920 eigenständig wurde. Sie betreut heute rund 1.300 bis 1.600 Mitglieder, darunter auch die Tochtergemeinde in Eggen am Kraigerberg.
Architektur, Außenbau
Entwurf und Bau
Die Kirche wurde 1907/1908 von Julius Schulte, einem Schüler von Friedrich Ohmann, entworfen. Es war sein erster architektonischer Auftrag. Der Bau der Kirche und des südseitigen Pfarrhauses erfolgte von 1910 bis 1912.
Architekturstil
Die Evangelische Christuskirche ist im Stil des Spätjugendstils gestaltet. Es handelt sich um eine Saalkirche mit Walmdach und Westturm.
Kirchturm
Der Kirchturm ist in die Westfassade (Westwerk) integriert. Der untere Turmteil ist kubisch, der obere wird im Bereich des Glockengeschosses achteckig. Den Abschluss bildet eine zwiebelförmige Haube.
Westportal
Das Westportal zeigt die Symmetrie und Proportionen des Jugendstils.
Seitenfassaden
Die Seitenfassaden der Kirche sind durch Pilaster gegliedert.
Details des Spätjugendstils
Fassade und Fenster weisen charakteristische Details des Spätjugendstils auf.
Pfarrhaus
Das angrenzende Pfarrhaus an der Südseite besitzt ein barockisierendes Erscheinungsbild mit Mansarddach und geschwungenem Giebel.
Architektur, Innenraum
Der Innenraum der Kirche besteht aus einem vierjochigen Saal, der von einem Tonnengewölbe überdeckt ist.
Die Bestuhlung ist als geschlossener Block ohne Mittelgang angeordnet und lenkt den Blick auf die Kombination aus Kanzel und Altar (Kanzelaltar). Dieses Gestaltungselement entspricht dem Wiesbadener Programm, das Altar, Kanzel und häufig auch die Orgel in einer zentralisierten liturgischen Achse vereint.
Ausstattung
Das zentrale Ausstattungsstück ist ein Kanzelaltar.
Über dem Altar befindet sich in einer Wandnische ein Majolika-Relief des „Lehrenden Christus“.
Die Orgelempore liegt am Westende.
Der gesamte Innenraum vermittelt eine klare und schlichte Ästhetik, die den reformierten Prinzipien entspricht.
Restaurierung und Sanierung
Eine Restaurierung im Jahr 1987 stellte die originale Farbgestaltung von 1914 wieder her.
1994 wurde auch das Innere des Kirchturms saniert.
Heute stehen die Evangelische Christuskirche und das Pfarrhaus unter Denkmalschutz.






















Historische Fotografie
Bildquelle: Archiv der Stadtgemeinde St. Veit an der Glan

Evangelische Kirche, entworfen vom Linzer Architekten Julius Schulte
Fotografie, um 1965
Die Evangelische Kirche ist das erste Werk von Julius Schulte, der sie 1907–1908 als Studentenprojekt unter Friedrich Ohmann im späten Jugendstil mit sezessionistischen Details und barocken Elementen entwarf. Die Kirche wurde in der Folge um 1910–1912 erbaut.