Schwarzfurter Kreuz, Villacher Straße
Am westlichen Stadtausgang von St. Veit, an der Ossiacher Bundesstraße Ecke Prof.-Anton-Schmied-Weg, steht heute wieder ein markanter Bildstock: das Schwarzfurter Kreuz. Der schlanke Steinpfeiler mit Schrein wird von einer Figur des hl. Vitus, des Stadtpatrons von St. Veit, geprägt. Die Skulptur aus Sölker Marmor stammt vom Bildhauer Herbert Unterberger. Eine Tafel vor dem Denkmal erläutert Geschichte und Bedeutung dieses besonderen Flurdenkmals.
Historischer Hintergrund
Das Schwarzfurter Kreuz war über Jahrhunderte ein wichtiger Grenzpunkt der St. Veiter Gerichtsbarkeit. Bereits 1565 wird es in einem Protokoll zur sogenannten Burgfriedbereitung – also zur Festlegung der Stadtgrenzen – ausdrücklich erwähnt, ein weiteres Mal 1656. Der Burgfried bezeichnete im Mittelalter jenen Bereich um Stadt und Burg, in dem besondere Schutz- und Rechtsbestimmungen galten. Die Grenzen wurden regelmäßig „abgeritten“ und dabei auch an markanten Bildstöcken wie diesem kontrolliert.
Sein Name verweist auf den ursprünglichen Standort: Das Kreuz stand einst nahe einer Furt über die Glan, auf Höhe des ehemaligen Gasthauses „Reidenwirt“ an der Abzweigung der Villacher Straße Richtung Klagenfurt. Von hier führte einer der wichtigsten Zufahrtswege in die Stadt.
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts dürfte das Schwarzfurter Kreuz zudem eine Rolle im religiösen Leben gespielt haben: Volkskundliche Berichte schildern, dass die Fronleichnamsprozessionen in einer großen Runde von der Stadtpfarrkirche zum Schwarzfurter und weiter zum Friesacher Kreuz führten.
Abtragung und Neuerrichtung
Im Zuge des Ausbaus der Villacher Straße wurde der Bildstock – damals unter dem Namen Mansfelder Kreuz bekannt – im Jahr 1960 abgetragen. Ein altes Foto zeigt, dass seine ursprüngliche Gestalt dem Friesacher bzw. Kölnhofer Kreuz in der Friesacher Straße sehr ähnlich war und wohl ebenfalls in die Zeit um 1600 zurückreicht.
Die Initiative zur Wiedererrichtung ging vom Verschönerungsverein St. Veit aus, der zu einer Spendenaktion aufrief. Gemeinsam mit der Stadtgemeinde und mit Unterstützung der HTL Ferlach und HTL Villach konnte 2006 ein neuer Bildstock errichtet werden. Für die technische Umsetzung zeichneten DI Winfried Pichorner und Gerhard Stippernitz verantwortlich. Am 28. Oktober 2006 wurde das erneuerte Schwarzfurter Kreuz im Rahmen einer Feier mit Bläserensemble der Musikschule St. Veit gesegnet.
So verbindet das Schwarzfurter Kreuz heute mittelalterliche Rechtsgeschichte, Volksfrömmigkeit und modernes Engagement für die Kulturlandschaft.



