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Prinzhoferhaus

Links neben dem Eingang des sogenannten Prinzhofer-Hauses in der Klagenfurter Straße in St. Veit an der Glan befindet sich eine rechteckige Gedenktafel, die an das Leben und Schaffen des bekannten Kärntner Malers und Lithografen August Prinzhofer erinnert. Das um 1808 erbaute Haus ist eines der wenigen spätklassizistischen Biedermeierstöckl in St. Veit.

Die Tafel wurde im Jahr 1889 am Geburtshaus des Künstlers angebracht, wobei ein Großteil der Kosten vom damaligen Hausbesitzer Friedrich Knaus übernommen wurde. Bei der feierlichen Enthüllung hielt der Abgeordnete des Reichsrates, Paul Hock, eine Gedenkrede. Im Jahr 1975 wurde die Tafel auf Initiative des örtlichen Verschönerungsvereins erneuert.

Architektonische Merkmale

Stockwerke
Das Prinzhoferhaus ist ein zweigeschossiges historisches Stadthaus.

Fassade
Das Gebäude verfügt über eine gelb verputzte Fassade mit dunklem Sockel. Die Fassade ist durch einen Gesims- bzw. Sockelband gegliedert und weist fünf Achsen auf. Die Fenster sind mit weißen Laibungen eingefasst. Insgesamt präsentiert sich das Gebäude in einem ausgewogenen, symmetrischen Erscheinungsbild.

Dach
Das Walmdach wird durch Gaubenfenster akzentuiert.

Eingänge
Die schmiedeeiserne Doppelflügeltür des Erdgeschoss-Eingangs ist von einem breiten Steinscheitelbogen umrahmt. Eine seitliche Treppe führt zu einem oberen Eingang an der rückwärtigen Ecke.

Zentraler Rundbogen-Eingang

Der Haupteingang des Prinzhoferhauses ist von einem breiten, gerundeten Steinscheitelbogen mit ausgeprägtem Schlussstein gerahmt. Die schmiedeeiserne Doppelflügeltür ist reich mit ornamentalen Ranken- und floralen Motiven verziert, hervorgehoben durch genietete Details. Über den Türen ist das Oberlicht mit strahlenförmigem, blütenblattähnlichem Eisenwerk auf Netzuntergrund ausgefüllt. Im Zentrum befindet sich eine vergoldete Jahreszahl „1808“, begleitet von einem ornamental gestalteten Monogramm, das von einem Lorbeerkranz umgeben ist. Die kräftigen vertikalen Linien des Eisenwerks kontrastieren mit den dekorativen geschwungenen Elementen und schaffen ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Konstruktion und Ornament.

August Prinzhofer | Biografie
Meister der Wiener Porträtlithografie des 19. Jahrhunderts


Frühes Leben und Ausbildung

Geboren: 12. September 1817 in St. Veit an der Glan
Gestorben: 4. August 1885 in Bad Steinerhof bei Kapfenberg

Schon früh wurde sein bemerkenswertes Zeichentalent erkannt. Nachdem er zunächst in Wien und Padua eine juristische Laufbahn eingeschlagen hatte, widmete er sich ab 1854 ganz der Porträtkunst. Er wurde zu einer Schlüsselfigur in der Entwicklung der Porträtlithografie, die in Wien zwischen 1830 und 1860 ihre Blütezeit erlebte. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er unter anderem an der Akademie der Bildenden Künste in Venedig.


Karriere in der Lithografie

August Prinzhofer war ein bedeutender österreichischer Maler und Lithograf, der vor allem für seinen maßgeblichen Beitrag zum goldenen Zeitalter der Porträtlithografie in Wien (1830–1860) bekannt ist.

Als Meister der Lithografie, eines planografischen Druckverfahrens, schuf Prinzhofer während seiner produktiven Laufbahn mehr als 500 Porträts, in denen er die Bildnisse vieler der einflussreichsten kulturellen, wissenschaftlichen und politischen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts festhielt.

Mit seiner verfeinerten Technik machte er seine Porträts äußerst begehrt; sie zeigen Komponisten, Gelehrte, Politiker und Schauspieler des 19. Jahrhunderts in Wien.


Bedeutende Werke

Prinzhofers lithografisches Gesamtwerk (rund 500 Porträts) umfasst Darstellungen prominenter Persönlichkeiten wie Hector Berlioz, Erzherzog Johann, Albert Lortzing und Johann Nestroy.

Im Jahr 1848 fertigte er das erste Porträt von Kaiser Franz Joseph I. nach dessen Thronbesteigung an.

Zu seinen bemerkenswerten Arbeiten zählt auch das 1851 entstandene Lithografieporträt des Komponisten Gottfried von Preyer, das seine Präzision und Sensibilität als Porträtist eindrucksvoll belegt.


Spätere Laufbahn und Vermächtnis

Als die Fotografie in den 1860er-Jahren die Lithografie zu verdrängen begann, wandte sich Prinzhofer der Ölmalerei und der Miniaturporträtkunst zu und bereicherte damit weiterhin die österreichische Kunst in neuer Form.

Seine Werke sind heute in öffentlichen Sammlungen erhalten und können auf Online-Plattformen eingesehen werden.

Prinzhofers Lithografien sind bis heute wertvolle historische Dokumente, die nicht nur künstlerischen Rang besitzen, sondern auch Einblicke in die visuelle Kultur und die bedeutenden Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts in Wien vermitteln.

August Prinzhofer (1817–1885), österreichischer Lithograph und Maler.

Prinzhofer wurde zu einer führenden Persönlichkeit in der blühenden Wiener Kunstszene und spezialisierte sich auf die Porträtlithografie, ein Verfahren, bei dem auf eine glatte Steinplatte mit einem fettigen Medium gezeichnet wurde und das die massenhafte Vervielfältigung detailreicher und ausdrucksstarker Bilder ermöglichte.

Ein lithografisches Gedenkblatt für August Prinzhofer (1817–1885), geschaffen von Franz Würbel (1822–1900).

Lithografien von August Prinzhofer | Galerie 1 

Lithografien von August Prinzhofer | Galerie 2

Ölgemälde von August Prinzhofer | Galerie 3

Was ist Porträtlithografie?

Porträtlithografie bezeichnet die künstlerische oder dokumentarische Darstellung einer Person mittels des lithografischen Druckverfahrens. Dabei wird das Bild mit fetthaltiger Kreide oder Tusche direkt auf eine glatte Steinplatte oder Metallplatte gezeichnet, chemisch fixiert und anschliessend vervielfältigt.