Walther-von-der-Vogelweide Brunnen
Die westliche Platzhälfte des Hauptplatzes wird vom kunstvoll gestalteten Walther-von-der-Vogelweide-Brunnen geprägt. Der Brunnen wurde im Jahr 1676 errichtet – unmittelbar nach einem verheerenden Stadtbrand, der den Wiederaufbau des Stadtzentrums notwendig machte.
Architektonische Merkmale
Sein Fundament bildet ein breites, achteckiges Marmorbecken, das auf einem vierstufigen Treppensockel ruht. Ein fein gearbeitetes Schmiedegitter schützt das Becken – typisch für barocke Brunnenanlagen, wie sie nach Stadtbränden entstanden. Im 19. Jahrhundert wurde der Brunnen um einen zweistufigen Schalenaufbau ergänzt, der seine heutige vertikale Struktur prägt.
Drei verschiedene Statuen | Historischer Hintergrund
Ursprünglich war der Brunnen von einer Statue des heiligen Florian gekrönt, dem Schutzpatron gegen Feuer.
Diese wurde um 1930 – in einem Wandel von religiöser zu kultureller Symbolik – durch eine Steinskulptur des Minnesängers Walther von der Vogelweide ersetzt.
Die heutige Bronzestatue stammt aus dem Jahr 1960 und wurde vom ungarischen Bildhauer Lajos Szadai geschaffen. Sie zeigt den Dichter in detailgetreuem mittelalterlichem Gewand.

Standort
Der Brunnen befindet sich im westlichen Bereich des Hauptplatzes, nur wenige Meter südlich des Rathauses.
Kulturelles Wahrzeichen
Nur wenige Meter südlich des Rathauses ist der Brunnen heute ein beliebter Blickfang und ein Symbol der kulturellen Identität von St. Veit.







Walther von der Vogelweide | Kurzbiografie
Walther von der Vogelweide (geboren um 1170 n. Chr., gestorben um 1230 n. Chr.) war ein hoch angesehener mittelalterlicher Dichter und Komponist. Er gilt als der bedeutendste Minnesänger und wird für seine Lyrik – insbesondere seine Liebeslieder – sowie für seine Beiträge zur Tradition des Minnesangs gefeiert. Neben seinen Liebesliedern verfasste er auch politische Gedichte und Lieder, was ihn zu einem der ersten politischen Dichter der deutschen Literatur macht.
Frühes Leben
Walther wurde vermutlich um 1170 n. Chr. in Österreich geboren. Er erhielt eine formale Ausbildung an einer Klosterschule. Man nimmt an, dass er ritterlicher Herkunft war.
Werdegang und Beiträge
Vogelweide’s Dichtkunst brach mit den künstlerischen Konventionen der Zeit, da sie von einem gewissen Maß an Realismus durchwirkt war. Seine Liebeslieder gelten als Höhepunkt der Minnesang-Tradition. Er schrieb auch politische und moralisierende Gedichte, wodurch er als erster politischer Dichter der deutschen Literatur gilt. Seine Dichtung betont die Tugenden eines ausgewogenen Lebens und spiegelt seine Ablehnung gegenüber jenen wider, die diese Harmonie stören. Er war bekannt für sein Geschick im Dichten und seine Fähigkeit, eine große Bandbreite an Emotionen und Themen einzufangen.
Vermächtnis
Walther von der Vogelweide gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der deutschen Literatur vor Goethe. Seine Dichtungen sind in verschiedenen Handschriften überliefert und wurden vielfach interpretiert und analysiert. Er war zudem eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Entwicklung der deutschen Literatur.

Steinerne Statue des Heiligen Florian
(Siehe Abbildungen unten)
Diese Statue stand ursprünglich auf dem Walther-von-der-Vogelweide-Brunnen. Heute befindet sie sich in einer rundbogigen Nische mit Blick auf den Innenhof der Bezirkshauptmannschaft (Hauptplatz 28).
Um 1930 wurde die Statue des Heiligen Florian (siehe oben) durch eine steinerne Figur des mittelalterlichen Dichters Walther von der Vogelweide ersetzt.
Die heutige Bronzeskulptur entstand im Jahr 1960.








Historische Fotografien
Bildquelle: Archiv der Stadtgemeinde St. Veit an der Glan

Steinfigur des heiligen Florian
Früher stand die Steinfigur des heiligen Florian auf dem Floriani-Brunnen (heute Walther-von-der-Vogelweide-Brunnen genannt).
Heute blickt die steinerne Statue in den Innenhof der Bezirkshauptmannschaft.

Walter-von-der-Vogelweide Brunnen
Fotografiert um 1965